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Geändert 7-Nov-19
Erstellt 2-Sep-11
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Es ist angerichtet, es kann beginnen. Wir sind nun beide in Oberstdorf angekommen und werden Morgen den 3.09.2011 starten in den härtesten Transalpine-Run der Geschichte, so sagte mir eben Wolfie, der Race-Director. Ab gehts..........
Infos zum Rennen? www.transalpine-run.com


Warst du es nicht der mit der Kamera letztes Jahr? Der die Videos vom Transalpine-Run 2010 ins Netz gestellt hat?
Ja der bin ich.
Dann will ich dir einfach Danke sagen dafür dass du es gemacht hast.
Äußerungen, die ich in den Renntagen des TAR 2011 oft gehört habe. Die Möglichkeit den Lauf in dem Film nachzuerleben hat doch sehr viele inspiriert sich für 2011 anzumelden. Etwas, was ich in der Form nicht wirklich für möglich gehalten hätte. Aber auf der anderen Seite muss auch ich gestehen, es sind die Bilder, die Videos im Netz, insbesondere die Ausstrahlung einer Reportage über den TAR auf, wenn ich nicht irre, Eurosport, die auch mich bewegt haben, an diesem Laufabenteuer teilzunehmen. Auch wenn ich bereits 2010 über meinen Lauf in meiner AV-Show erzählt habe, will ich es 2011 wieder tun. Das gleiche werde ich jedoch nicht zu erzählen haben, ich würde es nicht tun. Dies Jahr war einfach alles anders. Ich ging diesmal ziemlich locker an den Lauf heran, hatte ja nun die Erfahrung des letzten Jahres und wusste wie der Hase läuft. Doch diese Lockerheit kam mir dann sehr schnell abhanden, völlig neue Erfahrungen musste ich machen die ich vorher nur von anderen kannte. Doch die Tatsache, dass ich vorher davon gelesen und gehört habe, war für mich eine sehr große Hilfe in diesem Lauf. So wünsche ich mir, dass sich vielleicht der eine oder andere erinnert an das, was ich ihm hier erzählt habe. An Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, an tiefe Täler, steile Berge und intensive Gefühle.

Ich bin mit der Bahn von Usedom nach Oberstdorf gekommen, Peder fliegt von Kopenhagen nach München und fährt dann den Rest mit der Bahn. Treffen uns am Freitagnachmittag in Oberstdorf wo die bayrischen Alpen beginnen. Dort wollen wir als Team „Batic Runners“ gemeinsam am Transalpne-Run 2011 teilnehmen. Er gilt seit jeher als eines der härtesten Etappenrennen die man sich so im Lauf Trailsport aussuchen kann. Doch 2011 hat man noch eine Schippe aufgelegt und die ersten drei Etappen verschärft. Es gilt nun 275 Kilometer und 15500 Höhenmeter im Aufstieg in 8 Tagen zu bezwingen.

Das Rennen beginnt am Samstagmorgen. Ich habe eine schlechte Nacht hinter mir, keine Ahnung was war, konnte einfach nicht schlafen. Aufgeregt bin ich eigentlich nicht, ich nehme es wie es ist. Habe mir eh vorgenomen, die Dinge zu nehmen wie sie kommen. Ja nicht aufreiben an Sachen, die keiner ändern kann. Werde meine Energien brauchen, nix über für unnützes Zeug. Rechne übrigens ganz fest mit durchwachsenem Wetter, wir d wohl diverse Male regnen, so denke ich in Oberstdorf angekommen. Der Wetterbericht ist nicht so toll…..
1.Etappe von Oberstdorf (Ger) nach Hirschegg (Austria)
Alle Läufer sind sich einig, eine Etappe zum warmlaufen. 28 Kilometer, 1800 Meter Aufstieg und 1400 Abstieg. Im Vergleich zu dem was noch kommt, ein Klacks. Und doch irren sich hier heute sehr viele und scheitern fast an dieser Schnupperetappe. So auch ich!
Wir laufen die ersten Kilometer die ich immer brauche, um in einen Lauf Rhythmus zu kommen. Oft bedarf es locker 8-10 Kilometer bis ich mich richtig wohl fühle. Doch heute kommt dies Gefühl nicht wirklich auf, keine Ahnung warum nicht. Ich sorge mich nicht groß, kann mir nicht im Geringsten vorstellen, in die Bredouille zu geraten. Hat doch gerade erst alles angefangen. Doch die Sonne die gnadenlos anfängt zu brennen, und mein offensichtlich allgemeiner nicht so guter Zustand paaren sich mit jeder Minute Laufzeit. Irgendwann merke ich bei unserem zweiten von drei scharfen Anstiegen, dass ich ganz schön am pumpen bin und nichts mehr wirklich zufriedenstellend hinbekomme. Immer wieder passieren uns Läufer die wir hinter uns hatten. Ich muss stehen bleiben und kurze Momente ausruhen. Dann kann ich nicht mehr anders und muss mich das erste Mal übergeben. Wenn jetzt noch die Flüssigkeit schwallartig aus mir heraus kommt, werde ich die nächsten male nur noch würgend am Wegesrand sitzen. Immer wieder passieren uns andere Teams und fragen zum Teil etwas besorgt nach meinem Zustand. Naja, gut geht es nicht, aber es geht eben noch. Kann mich ja schließlich noch bewegen. Haben zwar bis zum Ziel nie wirklich mit dem Zeitlimit zu kämpfen, aber ich muss mir eingestehen, ich bin völlig angezählt. In Hirschegg (Ausstria) angekommen gehe ich zwar abends noch zu Massage, kann aber schon nichts mehr essen. Kommt alles wieder retour. Ein geplanten Marathon oder jeden Trainingslauf am kommenden Tag würde ich wohl absagen, dumm ist nur, dass ich mich jetzt gerade am Beginn des Transalpine-Runs befinde. 7 weitere Renntage liegen vor mir, und Morgen liegt die Hammeretappe des Rennens schlechthin vor uns. Die definitiv härteste Etappe des Transalpine-Runs seit seinem Bestehen. Sie ist ganz neu in die Westroute integriert worden. Wir werden ein Sägezahnprofil mit einer Länge von 54 Kilometern und 2500 Höhenmetern im Aufstieg sowie fast 3000 Metern im Abstieg bewältigen dürfen. Bin am kotzen und Morgen so ein Teil vor mir. Wie soll das gehen? Keine Ahnung was mein Partner Peder sich so denkt? Hat sich das sicher anders gedacht……aber was soll ich machen?
2.Etappe Hirschegg (Austria) nach Schruns (Austria)
Auch diese Nacht kann ich so gut wie nicht schlafen. Liege stundenlang wach und fühle mich nicht sonderlich gut. Morgens um 7.00 stehen wir am Start und wissen, jetzt geht es um alles. Ich selber kann an der Begeisterung der Läufer beim hören der „Starthymne Higway to hell“ wenig teilhaben, bin zu sehr damit beschäftigt, mich mit der bevorstehenden Aufgabe zu beschäftigen. Es muss einfach irgendwie gehen, denke ich. Eigentlich hatte ich auch diesem Jahr wieder vor den TAR mit Video und Foto zu dokumentieren, weiß jedoch, es geht heute ums nackte Überleben! Die Videokamera habe ich gleich in der Tasche gelassen, Fotos werde ich wohl noch aus meinem Sarg heraus machen.
Als erstes ist ein Anstieg von 800 Höhenmetern zu bewältigen, richtig heftiger Anstieg, ich werde mich hier schon an deutliche Leistungseinbußen gewöhnen müssen. Kann einfach nix abrufen an den steilen Anstiegen, geht nicht. Verpflegungspunkt Nummer 1 wird von mir ignoriert, es kommt nur Übelkeit in mir hoch bei den Gedanken was zu mir zu nehmen. Dennoch weiß natürlich jeder, dass der Körper von irgendwas leben muss.
Habe beschlossen, Er muss heute von Luft und Liebe zum Traillaufen leben.
Heute werde ich andauernd an das Buch von Dean Karnazas denken. Er ist einer der größten der Ultra-Laufszene und beschreibt in seinem Buch „Ultra-Marathon-Man“, diverse seiner intensiv beschriebenen Ultra-Läufe von 150 und mehr Meilen überall auf der Welt. Natürlich hat auch er nicht immer nur tolle Erfahrungen gemacht. So kann man in diesem Buch eben teilhaben an seinen Leiden in tiefen tiefen Lauftälern. Als ich es gelesen habe dachte ich natürlich hier und da, das wird schon bisserl übertrieben sein. Wer körperlich so leidet wie hier beschreiben, der wird dann auch klein bei geben und aufgeben müssen.
Ich werde heute eines besseren belehrt! An den heute immer wiederkehrenden steilen Anstiegen wo ich die meisten Schwierigkeiten habe insofern, dass sich mein Magen förmlich verschnürt und alles nach oben ablassen möchte, lasse ich in mir keinen einzigen negativen Gedanken zu. Peder mein Laufpartner muss heute den ganzen Tag zuhören wenn ich immer wieder die Namen meiner Töchter und meiner Frau nenne und mir klar mache, was ich mich glücklich schätzen kann Tel dieser Familie zu sein. Immer wieder preise ich Gott für die wunderschöne Natur die ich während all dieses Leids, was ich mir zugegebener Maßen selber zuführe, erfahren darf. Ich lasse keine Sekunde zu, in der ich mich bemitleide oder bedauere, das entleeren am Wegesrand wird zu einer gewissen Routine. Am härtesten ist es für mich, bei einem Laufteam welches immer wieder direkt vor mir läuft, die gefüllten Trinkflaschen in den Seitentaschen ihres Laufrucksacks zu beobachten. Mein Mund, Lippen Zunge vertrocknen so langsam und dort schaukelt die Apfelschorle nur so hin und her. Immer wieder setzen sie an und trinken daraus. Die Gebirgsbäche rechts und links neben uns vermitteln für mich ein ähnliches Gefühl. Zwinge mich immer wieder mich nicht allzu lange mit diesen Flüssigkeits-Fantasien zu beschäftigen. An den Zeitnahmen die wir in der Regel immer kurz vor den Verpflegungsstellen überlaufen, müssen wir als Team innerhalb von zwei Minuten durchlaufen. Längere Abstände bringen Zeitstrafen mit sich. So laufe ich mit Peder gemeinsam an den Verpflegungspunkt, lasse ihn in aller Ruhe essen und trinken laufe aber selber langsam weiter weil es mir nach wie vor nur speiübel ist wenn ich die Foodstations schon aus der Ferne sehe. Erstaunlicherweise habe ich manches mal einen so großen Vorsprung heraus gelaufen, dass Peder mir später erklärt, er hätte schon Angst gehabt, dass ich irgendwo an der Strecke liegen würde und er mich nicht gesehen hätte. Er würde sich immer wieder fragen, wie ich mich überhaupt noch bewegen und motivieren könne.
Nach etwa 10 Stunden Laufzeit erreichen wir ohne Probleme mit den Timecuts unser Etappenziel Schruns und beziehen unsere Unterkunft im Gasthof drei Türme . Ich dusche und lege mich direkt ins Bett. Bin tot. Kann nicht mehr, schon am Ziel in Schruns angekommen bat ich Peder darum, dass wir uns so schnell wie möglich auf unser Zimmer begeben. Ich weiß natürlich, ich muss regenerieren, morgen geht es weiter. Peder geht zur Pastaparty und zur Masage, ich liege im Bett und denke darüber nach was zu tun ist. So oft wäge ich es ab, die Sache abzubrechen. Hätte ja nun immerhin in schlechtem Zustand in zwei Tagen ein normales W

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